Geschichte


Gemeinde
Kloster
Wappen
 
Gemeinde


Der Name des Ortes wurde erstmals 1048-1060 als Piburch erwähnt.
Der Name kommt aus dem Althochdeutschen "pÎpurc" bedeutet "Umwallung, Ringburg". Das deutet darauf hin, dass es in Biburg schon wesentlich früher Ansiedlungen gegeben haben könnte. Der Klosterteich könnte wohl Teil dieser alter Wassergräben gewesen sein. Das Alter dieser Wallungen ist aber unbekannt.
1090 bestand Biburg etwa aus drei Höfen.

Altdürnbuch war eine eigenständige Gemeinde und gehört zusammen mit Etzenbach und Rappersdorf erst seit der Gemeindegebietsreform zur Gemeinde Biburg.

Historische Karten gibt es auf der Seite der Bayerischen Landesbibliothek:
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de

 
Kloster

















Die ehemalige Klosterkiche Biburg zählt zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Altbayerns.
Baubeginn 1125
Stiftung erfolgte durch Konrad und Arbo von Sittling-Stein, Söhne des Grafen Heinrich I. Von Sittling und seiner Gemahlin Bertha von Biburg. Das war das in dieser Zeit herrschende Adelsgeschlecht. Bertha von Biburg wünschte, dass ihre Söhne das Territorium und die Burg an die Bamberger Kirche übergeben sollten, mit der Auflage, dort ein Kloster zu gründen. Der Bischof von Bamberg, der Hl. Otto von Bamberg nahm sich dieser Aufgabe tatsächlich an. Er gründete ein Kloster für den Benediktinerorden. Die ersten Mönche siedelten aus dem Benediktinerkloster Prüfening nahe Regensburg über. Der erste Abt war Eberhard, ein Bruder von Otto von Bamberg. Er blieb Abt in Biburg bis 1147 und wurde danach zum Erzbischof von Salzburg ernannt.
Zu Beginn war es ein Doppelkloster, also für Männer und Frauen. Aber bei einem Klosterbrand 1278 brannte der Frauenkonvent völlig aus und wurde dann nicht mehr erbaut.
Eine erste Weihe der Kirche ist für 1129 überliefert.
Die figürlichen Menschenköpfe stammen wohl schon aus dieser Zeit. Bisher deutet man sie als die 7 Hauptsünden.
Die hervorstehenden Figuren werden als Löwen gedeutet.
Geweiht wurde das Kloster am 28.10. 1140 der "Heiligen Mutter Gottes Maria in Biburg".
Am Anfang blühte das Klosterleben, es gab viele Schriften aus der Klosterschule. Aber nach dem Brand 1278 und wirtschaftlichen Repressalien musste der Abt Heinrich IV. Bereits Ende des 13. Jh. Güter des Klosters verkaufen.
Um die Jahrhundertwende 1400 wurden Gewölbe in den Seitenschiffen erbaut. Anfang des 16. Jh.s wurde im Mittelschiff das Netzrippengewölbe gebaut.
Dann kam die Reformation: in den Wirren dieser Zeit verließen die Mönche das Kloster und ab 1555 stand es leer.
1589 überließ der Herzog Wilhelm V. Das Kloster den Ingolstädter Jesuiten. Sie blieben bis 1773. Informationen über diese Zeit gibt es auf den Seiten des Ingolstädter Stadtmuseums
In dieser Zeit beschädigte 1701 ein Brand, der aus der Brauerei und dem Konvent kam, auch Teile der Kirche. Dabei gingen auch viele Schriften verlorgen.
1781/83 übergab der Kurfürst Karl Theodor die Gebäude an den Malteser-Orden.
1785 wurde sie zur Pfarrkirche.
Die Klostergebäude wurden nach Auflösung des Ordens schon privatisiert.
1885-87 wurde die Kirche romanisiert, also Putz- und Malschichten wieder abgeschlagen, so dass man heute wieder die Steine sieht. Nur im Gewölbe blieben die Farben.
1960er Jahre wurde die Ausstattung aus dem 19. Jh. wieder ersetzt.
1965 wurden bei Grabungen Grabkammern mit Gebeinen unter dem Mittelgang, unter dem rechten Seitenschiff und zwischen den ersten Vierungspfeilen entdeckt.
Fotos: Franz Lindner, © Tourismusverband Kelheim


Pfarrkiche

Bevor die Klosterkirche 1785 zur Dorfkirche wurde, gab es in Biburg noch eine andere Kirche: die Kirche, die für die Pfarrgemeinde da war. Sie war St. Stefanus geweiht und stand an der Stelle des heutigen Anwesens Schmidbauer. Die Pfarrei gehörte damals übrigens zur Pfarrei Bad Gögging.
Das Gebäude diente lange als Getreidespeicher, fiel aber am 18. März 1930 einem Brand zum Opfer um 19.00 Uhr, während die Glocken das Abendgebet läuteten. Aus dieser Kirche blieben noch der Taufstein, ein Altarbild und einige Kreuzwegbilder.


Quellen (und Literaturtipps:)

Fink, Alexandra, Romanische Klosterkirchen des Heiligen Bischofs Otto von Bamberg (1102-1139): Studien zu Bauherr und Architektur, Bamberg 2001, S. 132 155.

Die Benediktinerklöster in Bayern, Augsburg 1970, S. 69 71.

Biburg, Kirche und Kloster, Biburg, Katholisches Pfarramt, 1970.

Rind, Michael M.: Geschichte ans Licht gebracht

Utz, Hans J., Wallfahrten im Bistum Regensburg, Regensburg Schnell + Steiner, 1989, S. 88.

Festschrift Feuerwehr Biburg Fahnenweihe S. 34 37.

Paula Georg; Liedke Volker; Rind Michael M., Denkmäler in Bayern. Der Landkreis Kelheim. Regensburg Schnell + Steiner, 1992, S. 106 121.

Der Landkreis Kelheim, Kelheim, S. 199.

Haus der Bayerischen Geschichte


 
Wappen


Wappen der Gemeinde Biburg


Wappen: In Rot, die zweitürmige silberne Ortskirche mit blauen Dächern; darüber schwebend ein von Silvber und Blau geteilter Schild, darin zwei zu eins gestellte heraldische Rosen mit goldenen Butzen in verwechselten Farben.

Das vom Staatsministerium des Innern mit Entschliessungsnummer 3008e17 am 3. Januar 1933 verliehene Wappen nach dem Entwurf von Prof. Otto Hupp zeigt die 1133 geweihte romanische Kloster- und heutige Pfarrkirche von Biburg in der gebotenen heraldischen Vereinfachung. Das darüber schwebende Schildchen ist das apokryphe Stammwappen der ersten Vögte des Bendiktinerklosters. Die älteren Siegel der Äbte waren für ein neuzeitliches Gemeindewappen nicht geeignet; der von 1463 bis zur Stitfsaufhebung 1550 das Klosterwappen bildende Biber wurde mit vollem Recht nicht berücksichtigt, da er auf eine Fehldeutung des Kloster- und Ortsnamens zurückgeht.

Apian 23; Hemmerle 33; OWS; SS.


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